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geboren 1531/32, gestorben 3.7.1612 in Husum, begraben in Hattstedt
Iven Knutzen war Bauer, Chronist und Kartograph. Seit 1565 ist er mehrfach in den Rechnungen der Kirche Hattstedt, Nordfriesland, bezeugt. Er war in dem zum Kirchspiel Hattstedt gehörigen Dorfe Wobbenbüll ansässig, zog aber anscheinend im Alter zu seiner Tochter Catharina Oselings in die Husumer Neustadt, wo er 1612 starb; begraben wurde er jedoch in Hattstedt. Er spricht in der Widmung seiner “Korten Vortekinge” von sich selbst als “einem Hußmanne, de in der Wolredenheit nicht woll studieret unde geövet” war, demnach selbstständiger Bauer. Eine Universität hat er gewiss nicht besucht, doch war er sichtlich nicht ohne Schulung im Umgang mit der Sprache und mit schriftlichen Quellen. Knutzens chronistische Arbeiten sind jedenfalls in Sprache, Darstellung und Inhalt niemals unbeholfen wie etwa die Aufzeichnungen seines Alters- und Standesgenossen Carsten Schröder. Er war vermutlich recht wohlhabend, denn er gehörte zu denjenigen, die 1584 die Erneuerung der Hattstedter Kirche trugen, und stiftete ihr auch ein Legat von 30 Mark Lübsch.
Knutzens 1588 verfasste „Korte Vortekinge“, ein Bericht über die Eindeichungen im Gebiet zwischen der ehemaligen Insel Eiderstedt, der Landschaft Stapelholm und Husum, ist, wie die Zahl der Abschriften zeigt, im 17. und 18. Jh. sehr geschätzt worden und hat bis in die Gegenwart ihren Quellenwert behalten.
Aus älteren Erwähnungen wusste man, dass Knutzen außerdem eine Chronik von Eiderstedt verfasst hat, kannte sie aber nur in einer späteren Bearbeitung mit Zusätzen von Meves Ovens aus Witzwort und verschiedenen Husumer Pastoren. Soweit die aus dieser Bearbeitung bisher mitgeteilten Bruchstücke ein Urteil zulassen, ist diese Arbeit identisch mit der Chronik „Etzliche olde denckwerdige Geschichten, so sick in dem berömeden Lande Eyderstede, Lundenberger Harde, und anderer orten thogedragen“, die in den bekannten Handschriften zusammen mit Knutzens „Korter Vortekinge“ und einem Auszug aus der Chronik des Meves Ovens überliefert ist.
Knutzen hat nicht den gelehrten Ehrgeiz von Peter Sax und Anton Heimreich, ist daher auch frei von deren Hang zu kritiklosen Spekulationen über Vorgeschichte und Großtaten der Friesen. Seine Darstellungsweise ist sachlich, wie es der Gattung der Chronik entspricht, obwohl Einleitung und Schluss der „Korten Vortekinge“ zeigen, dass er die Geschichte im Sinne der lutherischen Theologie sieht: Der Wohlstand der Köge ist dem Segen Gottes zu verdanken und nur durch Bußfertigkeit zu erhalten; Sturmfluten hingegen sind Strafen für menschlichen Hochmut. Knutzen hält es daher für eine Erfahrungstatsache, dass Gott Nordfriesland etwa alle 40 Jahre „mit einer groten floth wegen der Sünde heimgesocht und gestraffet“ habe – eine Ansicht, die Heimreich sich zu eigen macht, während Matthias Boetius die theologische Begründung durch eine Darstellung der natürlichen Ursachen zu ersetzen versucht.
Vermutlich lebte Iven Knutzen auf dem “Ibenshof”, der dann nach ihm benannt wurde.
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